11.06.2008
Interview in Super Mittwoch: Vorsicht beim Welpenkauf im benachbarten Ausland!
Kathrin Hansen aus Herzogenrath ist Buchautorin und engagierte Tierschützerin.
Sie haben eine ganze Reihe unseriöser Hundezüchter bzw. -Händler - vor allem im nahen Belgien - aufgespürt. Was werfen Sie diesen konkret vor?
Kathrin Hansen: Das fängt schon bei den Zuchtbedingungen für die Muttertiere an, die unter unwürdigen Umständen auf Massenvermehrung angelegt sind.
Tiermedizinische Aspekte werden da genauso außer Acht gelassen wie die Regeln, zu denen sich seriöse Hundezüchter in Sachen Haltung verpflichtet haben.
Außerdem werden die Welpen in der Regel viel zu früh von der Mutter getrennt und oft in strapaziösen Massentransporten
- manche kommen auch aus Osteuropa - in den Verkauf gebracht. Hier geht das Elend der Hunde dann weiter.
Inwiefern?
Kathrin Hansen: Die Bedingungen für die Jungtiere sind in solchen Läden, wie man sie beispielsweise in Lütticher Marktnähe antrifft, äußerst bedenklich.
In aller Regel werden die Tiere in viel zu kleinen Vitrinen zur Schau gestellt, was bei vielen potentiellen Käufern Mitleid erweckt und vorschnell zum Kauf animiert.
Weit verbreitet sind auch Kofferraumgeschäfte auf Parkplätzen.
Und was erwirbt der Käufer in der Regel?
Kathrin Hansen: Fast immer ein krankes und/oder verhaltensauffälliges Tier, mit sehr häufig nur kurzer Lebenserwartung.
Bei den verhaltensauffälligen Tieren lässt sich das Sozialverhalten aber meist noch bessern - das unnatürlich kurze Verhältnis zum Muttertier hinterlässt jedoch
Dauerfolgen.
Was ist mit Beratung bei den belgischen Händlern?
Kathrin Hansen: Bei den hier beschriebenen Händlern kann man das vergessen. Manchmal werden den Kunden sogar Welpen angedreht,
die hier als sogenannte Kampfhunde nur unter besonderen Voraussetzungen gehalten werden dürfen. Zwar steht in Belgien eine Gesetzesänderung an,
was den Handel mit Tieren betrifft, aber der wird dann wohl gezielt umgangen. Aber auch in Deutschland gibt es viele schwarze Schafe.
Nicht selten werden zudem die entsprechenden Papiere gefälscht.
Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte also was besser tun?
Kathrin Hansen: Hinsehen statt wegschauen, heißt die Devise. Jeder zukünftige Welpenkäufer hat es in der Hand, ob es weiter Massenzuchtanlagen
und unseriöse Hundehändler gibt. Am besten setzen Sie sich mit einem seriösen Züchter aus dem VdH in Verbindung oder legen sich einen Hund aus den
wirklich gut geführten Tierheimen der Region zu.
Infos findet man unter: www.etn-ev.de oder www.animal-coach.de
Das Gespräch mit Kathrin Hansen führte Stephan Wende.
(Quelle:
http://www.supersonntag.de/sixcms/detail.php?template=suso_nachrichten_d&id=546499 ) |