Hundezüchter?
Nein, das ist (war) ein Hundevermehrer!
PRESSEINFORMATION 28. Oktober 2008
Strafanzeige gegen berüchtigten Hundezüchter / Hund über Jahre hinweg starken Schmerzen ausgesetzt
Ahlen · Heute morgen stellte der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) erneut
Strafanzeige gegen den als „Hundequäler von Ahlen“ bekannten Züchter Joachim
K. Nach der wegen zahlreichen Verstößen notwendigen Schließung im Juli 2008
stellte der Verein nun durch intensive Untersuchungen fest, dass der letzte Zuchtrüde
seit Jahren unter starken Schmerzen litt und nur noch eingeschläfert werden konnte.
„Er verschickte Hunde per Karton, fälschte Urkunden und Impfpapiere, verkaufte kranke Tiere, warf tote Welpen auf
einen Acker, entsorgte Kadaverreste und Hundekot in der Natur.
Er wurde zu Geldstrafen und Schadenersatz verurteilt
und Ende der 90-er Jahre entzog man ihm sogar die gewerbliche Zuchterlaubnis. Doch K. machte weiter“,
fasst Kathrin Hansen vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. den „Fall K.“ zusammen.
Bereits im Dezember
letzten Jahres sei der Verein von Anwohnern über K. informiert worden, woraufhin ein Tierretter des Europäischen
Tier- und Naturschutz e.V. eine Langzeitvideoüberwachung installiert hatte, um die Vorfälle zu dokumentieren.
Anschließend schaltete der Verein Print- und TV-Medien ein. „Allein acht TV-Berichterstattungen erfolgten in der
Zeit von Februar bis Juni 2008“, so Hansen. Neben der Strafanzeige gegen K. selbst wurde auch Anzeige gegen
den Amtsveterinär Dr. Antonius Kleickmann und seinen Stellvertreter erstattet, weil dessen Amt trotz zahlreicher,
über Monate beobachteter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und die Hundeverordnung nur durch Untätigkeit
aufgefallen sei.
Mit Erfolg: Im Juli 2008 gab K. seine Zwingeranlage wegen des öffentlichen Drucks auf.
Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. übernahm am 05. Juli den letzten Hund der Anlage: Den Zuchtrüden
Grinch, der von Anfang an überaus aggressiv war. „Wir machten anfangs die bisherige nicht artgerechte Haltung
für die Aggression verantwortlich, doch auch Schmerzen konnten aufgrund seines schwankenden Gangs nicht ausgeschlossen
werden“, erklärt Kathrin Hansen. „Eigentlich müsste dieses Gebrechen einem Menschen, der seit einem
halben Jahrhundert sein Geld mit der Hundezucht verdient und somit täglich mit Hunden zu tun hat, auffallen.“ Tatsächlich
wich die Aggression nach der Abgabe starker Schmerzmittel. Eine intensive Untersuchung des Schäferhundes
sei damit erst möglich geworden.
Diese ergab, dass Grinch unter dem Cauda-Equina-Syndrom im fortgeschrittenen
Stadium litt, einer degenerativen neurologischen Erkrankung, welche gerade bei großen Rassen und insbesondere
bei Schäferhunden sehr oft vorkomme. Bei Grinch habe sich zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein
eine deutliche Stufe gebildet. Die damit einhergehende Kompression der Nervenwurzeln und Verengung des Wirbelkanals
führten bei dem Rüden bereits zur teilweisen Lähmung der Hinterhand, einer stark schwankenden Gangart
und deutlich verzögerten Reflexen. „Grinch litt unter starken Schmerzen und dies offensichtlich schon seit Jahren“, so
Tierarzt Dr. Biermann. Die Heilungsprognose
wäre vor Jahren noch recht gut ausgefallen, doch nach all den Jahren,
in denen Grinch nicht behandelt
wurde, sähe es nun sehr schlecht aus. Schweren Herzen entschloss sich der Europäische
Tier- und Naturschutz
e.V. dazu, Grinch von seinem jahrelangen Leiden zu erlösen. „Ein seriöser Züchter hätte
seinen Zögling nicht über eine so lange Zeit leiden lassen. Auch wenn ‚Unterlassene Hilfeleistung‘ im Tierschutzrecht
noch nicht strafbar ist, ist es dennoch erschreckend, dass das zuständige Veterinäramt nichts unternommen hat“,
so der ETN-Rechtsanwalt Götz Bukenberger. „Der Europäische Tier- und Naturschutz
e.V. wird sich für eine dementsprechende
Erweiterung im Tierschutzgesetz einsetzen.“
Heute morgen erstattete der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. daher Strafanzeige gegen den Züchter Joachim
K. wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und forderte ein lebenslanges Hundehaltungsverbot für
Herrn K.
ETN, Europäischer Tier und Naturschutz e.V.
Hof Huppenhardt
53804 Much

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